5. April 2026 | Shortio Kurzanalyse | WTI Rohöl (CL=F)
Der brutalste Monat seit 2020
WTI schloss am 2. April bei 111,54 $/Barrel – ein Tagessprung von +11,41%, der größte seit April 2020. Binnen 30 Tagen verteuerte sich das schwarze Gold von 80,31 auf 111,54 Dollar, ein Anstieg von 38,9 Prozent. Der Auslöser: Die effektive Sperrung der Straße von Hormuz durch Iran legt rund 20 Prozent des globalen Ölangebots lahm; irakische und kuwaitische Felder meldeten Förderstopps wegen erschöpfter Lagerkapazitäten. Die IEA koordinierte daraufhin die historisch größte SPR-Freigabe aller Zeiten – 400 Millionen Barrel aus 32 Ländern, davon 172 Millionen aus den US-Reserven –, doch der Markt zuckte kaum: Das Defizit von täglich rund zehn Millionen Barrel übersteigt die Entlastungskapazität der Reserven um ein Vielfaches.
Countdown bis April 6, 0 Uhr Washington
Heute läuft Trumps verlängertes Ultimatum ab. Bis 20 Uhr Ostküstenzeit muss Iran die Meerenge öffnen, sonst drohen US-Luftschläge auf iranische Energieinfrastruktur. Trumps jüngster Kommentar – die USA könnten «das Öl in Iran einfach nehmen» – signalisiert eine Bereitschaft zur Eskalation, die Analysten als neue Qualität in der Krise werten. Gleichzeitig stimmt das OPEC+-Treffen heute über die nächste Produktionspolitik ab. Goldman Sachs erwartet Brent für Q2 bei durchschnittlich 110 Dollar und warnt vor einem Überschreiten des 2008-Allzeithochs.
Technische Lage: Überhitzung mit Fangnetz
Der RSI(14) notiert bei 63,9 – erhöht, aber noch kein extremes Überkauf-Signal. WTI handelt deutlich über dem EMA200 (99,79 $) und EMA50 (105,49 $). Das 78,6-%-Fibonacci-Retracement bei 109,39 Dollar wirkt als Unterstützung; nächster Widerstand bei 119,48 Dollar. Ein Waffenstillstand könnte den Preis in die 90-Dollar-Liquiditätslücke crashen; eine Eskalation öffnet den Weg Richtung 130 bis 140 Dollar.
Quellen: Perplexity Finance, OilPrice.com, WSJ, CNBC, Reuters, Al Jazeera